Zwischenraumkonzept

Das Konzept einer bewussten Wahrnehmung des Zwischenraums wurde aus Theorie und Praxis des Dynamischen Coachings auf systemischer und gestalttheoretischer Grundlage entwickelt.
Es soll dem Raum des >Dazwischen< die individuelle und gesellschaftliche Anerkennung zukommen lassen, die ihm auf Grund seiner Bedeutung für die innere und äußere Mobilität des Menschen zusteht.
Durch die Fokussierung auf den Zwischenraum wird die innere Mobilität unterstützt. Trotz hohem Zeit- und Termindruck können so qualitätsvolle Entscheidungen getroffen werden. Die immer mehr um sich greifende "Hurry-Sickness" – eine Folge der fortschreitenden Zeitverdichtung - kann durch Zwischenraum-Kompetenz eingedämmt werden.

Es soll eine "Kultur des Zwischenraums" geschaffen werden, die zur dringend notwendigen "Kultivierung des Menschseins" in der heutigen Zeit beitragen kann.

Zwischenräume werden in Zeiten des schnellen Wandels leider immer wieder übersehen bzw. in ihrer Bedeutung nicht ausreichend gewürdigt. Da ihre "Eröffnung" Zeit in Anspruch nimmt, wird immer wieder versucht, sie wegzurationalisieren bzw. ohne sie auszukommen.

Die Aufmerksamkeit vieler Menschen und Institutionen richtet sich in erster Linie auf Fakten, Inhalte und Ziele – leider nur selten auf die Prozesse, die sich im Raum des Dazwischen abspielen.
Zielorientierung, Einhaltung von Standards und Normen und die oft mühsame Bewahrung des mühsam Erreichten werden dabei stärker gewichtet als gelassenes Innehalten – verbunden mit gemeinsamem Betrachten und Gewichten des prozessualen Geschehens.

In einer Welt, bei der Mobilität und Wandlungsfähigkeit gefragt ist, geht es – trotz besseren Wissens – immer wieder um die Sicherung des Status Quo, nicht um Bewegung, Wandel und ganzheitliche Veränderung. Von untergeordneter Bedeutung scheint auch die Auflösung verfestigter Automatismen und Strukturen zu sein.

Dabei könnte es viel einfacher gehen:
Wird den ersten Anzeichen der Entstehung eines inneren Spannungsherdes ausreichend Aufmerksamkeit zuteil, kann durch schrittweise Veränderung des Lebensumfeldes und der Arbeitsgestaltung Schlimmeres verhindert werden. Voraussetzung dafür sind der Umbau bzw. die Neugestaltung entsprechender Zwischenräume.